Wenn eine Sekunde Film aus 24 Bildern besteht, aus wie vielen Bildern besteht dann ein ganzes Leben?


London liegt am Nordpol (2010)

Inhalt

Seit einem Unfall in seiner Kindheit ist der 15jährige Peter geistig behindert. Er kann nicht lesen und schreiben, kann keine Ausflüge ohne seine Mutter machen und hat kaum Kontakt zu Gleichaltrigen. Durch seine Comics flüchtet er sich in eine Phantasiewelt und träumt davon, wie sein Idol „Spiderman“ Großes zu bewegen, um die Anerkennung seines Umfelds zu erlangen. Die Realität sieht anders aus. Doch dann hat er in einem idyllischen Freibad eine Begegnung, die sein Leben verändert...

Technische Daten

Länge: 20 min
Originalformat: Digital 4k (Red One)
Ton: 5.1 und Stereo
Seitenverhältnis: 1:1,85

Regiekommentar

Viele Filme gehen meiner Meinung nach mit einer falschen Vorsicht an das Thema „Behinderung“. Ein Versuch der Integration, der vielleicht nach hinten losgeht. Mir war es wichtig, Peter mit allen Stärken, aber auch Schwächen zu zeigen. Die Abwertung, die er zu erfahren glaubt, gibt er ebenfalls an schwächere weiter. Das macht ihn doch umso menschlicher.
Peter steht zwischen den Welten von „normal“ und „behindert“, wenn man es so nennen will. Er stellt sich die Frage, wohin er gehört oder wie er es schaffen kann, von der „normalen“ Welt angenommen zu werden. Er fühlt sich ausgegrenzt. Und das ist vielleicht das eigentliche Thema des Films. Wer hat sich noch nicht ausgegrenzt gefühlt?

Publikationen

Nachdem „London liegt am Nordpol“ auf zahlreichen internationalen Filmfestivals präsentiert wurde, nahm ihn der Bildungsmedienvertrieb „Filmsortiment.de“ in sein Programm auf. Im Zuge dessen fragte das Goethe Institut den Film an und nahm ihn weltweit in seinen Bestand auf. Auch wird der Film in verschiedenen Ländern im Rahmen des Deutschunterrichts oder für integrative Projekte eingesetzt.

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Auszeichnungen

1. Preis "bester nationaler Kurzfilm" auf Festival "20min‌‌max" 2010
Kinderfilmpreis des Landshuter Kurzfilmfestival 2010
Prädikat "besonders wertvoll" durch die deutsche Filmbewertungsstelle
Kurzfilm des Monats März 2010 durch die deutsche Filmbewertungsstelle

Festivals

23.-27.03.2010 Landshuter Kurzfilmfestival
08.-11.04.2010 33.Grenzland Filmtage Selb
21.+22.04.2010 Independent Film Festival KAN, Wroclaw, Polen
15.-20.05.2010 Kurzfilmfestival 20min/max, Ingolstadt
09.-13.06.2010 CrankCookie Kurzfilmtage Passau
09.-25.07.2010 9th Euganea Film Festival, Italien
23.-28.08.2010 25th Odense International Film Festival, Dänemark
02.-19.09.2010 Portobello Film Festival London, Großbritannien
16.-19.09.2010 Chicago International Reel Short Festival, USA
27.09-03.10.2010 15. Internationales Kinder- und Jugendfilmfestival Chemnitz
01.-09.10.2010 International Film Festival of Patras City, Griechenland
06.-10.10.2010 Internationales Kurzfilmfestival Shnit Bern, Schweiz
16.-17.10.2010 Emmentaler Kurzfilmtage, Schweiz
25.-31.10.2010 29th Uppsala International Short Film Festival, Schweden
01.-05.12.2010 16. Filmschau Baden Württemberg
12.-17.04.2011 Internationales Filmfest Dresden
04.-08.05.2011 Independent Days Filmfest Karlsruhe
11.-14.10. 2011 Filmfest Münster
29.09.-06.10. 2012     Cinema Touching Disability Film Festival, USA

Team

Regie: Achim Wendel
Produktion: Benjamin Huber
Co-Produktion: Achim Wendel
Drehbuch: Andreas Klee, Achim Wendel
Kamera: Michael Heinz
Kameraaissistenz: Claire Jahn, Irakli Ergemlidze
Unterwasserkamera: Stefan Lindenau
Licht: Marc Hupfeld, Bernd Rischner
Ton: Lars Heineken, Björn Noss
Requisite: André Köhl
Maske: Cindy Beck
Continuity: Constanze Ramsperger, Iunia Mihu
Tauchlehrer: Frank Hilsamer
Stuntkoordination: Oliver Reitz, Sonja Pfeiffer
Standfotografie: Steven van Veen, Stephan Garcon, Stephan Bungarten
Schnitt: Achim Wendel, Andreas Klee
Visuelle Effekte: Heiko Thies, Benjamin Noss
Farbkorrektur: Phil Whitfield (Das Werk)
Sounddesign: Tobias von Brockdorff
Musik: Peter Gromer

Darsteller

Lukas Krämer, Jana Müller, Tim Meter, Annalena Karl, Olaf Krätke, Ygal Gleim, Beatrice Bergér, Monika Noltensmeier u.v.a.

Pressestimmen

"... "London liegt am Nordpol" ist der Glücksfall einer genauen und eindringlichen Studie über Verhaltensweisen und Sehnsüchte des 15jährigen Peter, der seit seiner Kindheit geistig behindert ist. Der Film nimmt seine Träume und Wünsche ernst, gerade indem er ihn nicht idealisiert und auch seine aggressiven Schübe zum Gestaltungselement macht. [...] Ein anregender, lebensnaher Film ohne falsche Betroffenheit"

Deutsche Film- und Medienbewertung

"... Es ist sehr schwierig, ein Spielfilm-Drehbuch mit der Wirklichkeit zu verweben. Autor Andreas Klee, Regisseur Achim Wendel und Produzent Benjamin Huber lassen es einfach scheinen. Sie fangen etwa ein, was Pubertät bedeutet, eine Zeit, in der ein Blick die Welt bedeuten kann und ein bisschen Sonnencreme auf dem Rücken eines Mädchens noch viel mehr.
„London liegt am Nordpol“ hat einen ganz eigenen Erzählrhythmus und eine atmosphärisch sehr dichte Bilderwelt, ruhig, mit Sinn für Details und einer sensibel begleitenden Kamera. Man muss sich einlassen auf diesen Film, und wer das tut, wird mit Szenen von großer Intensität belohnt. Der Zuschauer findet also viel Wirklichkeit in „London liegt am Nordpol“, aber auch viel Fantasie. Peter flieht in eine Comicwelt, und das Publikum ist dabei an dem Sommertag im Schwimmbad, als er mutig aus ihr ausbricht.
„London liegt am Nordpol“ ist ein Film, der an Schulen gezeigt wird, man nennt so etwas dann „Unterrichtsfilm“. Es gibt Unterrichtsfilme, die sind dröge, die gehören nicht ins Kino. Dieser schon. Er gehört ins Kino und für uns gehört er dort zu den Siegern."

Laudatio Kurzfilmfestival 20min‌‌max Ingolstadt

Link zur Homepage des Regisseurs

www.achimwendel.de

Weitere Links

"London liegt am Nordpol" in der Internet Movie Database
Deutsche Filmbewertungsstelle: Pressetext zum Prädikat "besonders wertvoll"