Wenn eine Sekunde Film aus 24 Bildern besteht, aus wie vielen Bildern besteht dann ein ganzes Leben?


Der Fall Max Mustermann (2011)

Inhalt

In einer nicht näher definierten Zeit ist die Individualität abgeschafft worden. Nicht nur im Verhalten, sondern auch optisch entspricht jeder Mensch einer vorgeschriebenen Norm. Bei einer Grenzkontrolle gerät ausgerechnet Max Mustermann ins Visier der Staatsmacht. Ist er wirklich derjenige, für den er sich ausgibt, oder hat er etwas zu verbergen? In einem Verhör versucht man, ihm sein Geheimnis zu entlocken.

Technische Daten

Länge: 9:59 min
Originalformat: Digital 4k (Red One)
Ton: 5.1 und Stereo
Seitenverhältnis: 1:2,35

Regiekommentar

„Der Fall Max Mustermann“ behandelt die Themen „Identität“ und „Individualität“. Um von einer genormten Gesellschaft akzeptiert zu werden, leugnet ein Mann seine Individualität. Er wird allerdings überführt und der dafür vorgesehenen Bestimmung zugeführt. Natürlich legt der Film Vergleiche mit totalitären Systemen nahe. Aber mir geht es ebenfalls um die andere Perspektive: dass viele Menschen sich selbst verleugnen, um Widerständen zu entgehen. Nicht nur unter dem im Film dargestellten Druck, sondern auch tagtäglich im Kleinen in unserer demokratischen Gesellschaft.
Ich wollte einen Film drehen, der dem Zuschauer nicht genau vorgibt, wie er verstanden werden will. Das ist mir bei diesem Thema wichtig, auch auf die Gefahr von Irritationen hin.
Der Film entstand auf dem Gelände der Gedenkstätte Marienborn, dem ehemals größten innerdeutschen Grenzübergang. 20 Jahre nach der Wiedervereinigung wurde die Anlage extra für die Dreharbeiten noch einmal in Betrieb genommen. Es fiel nicht schwer, sich vorzustellen, welche Ängste hier Menschen ausgestanden haben.

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Auszeichnungen

Nominiert für "Shocking Short Award 2012" 13th Street / NBC Universal
Prädikat "wertvoll" durch die deutsche Filmbewertungsstelle

Festivals

06.10. - 16.10.2011     44.Sitges Film Festival, Spanien
23.11. - 27.11.2011 Festival des deutschen Kinos Mainz
23.11. - 27.11.2011 Paris international Fantastic Film Festival, Frankreich
30.11. - 04.12.2011 Filmschau Baden-Württemberg
29.06. - 07.07.2012 Filmfest München (13th Street Reihe)
14.07. - 24.07.2012 Giffoni Film Festival, Italien
20.08. - 25.08.2012 Internationales Filmfestival Odense, Dänemark
25.10. - 28.10.2012 29.Court Métrange Film Festival, Frankreich
30.11. - 08.12.2012 20. Filmfestival Contravision, Berlin
24.04. - 28.04.2013 Independent Days Filmfest, Karlsruhe

Team

Regie: Achim Wendel
Produktion: Benjamin Huber
Co-Produktion: Achim Wendel
Drehbuch: André Köhl, Achim Wendel
Kamera: Marcus Stotz
Steadycam: Markus Kambeck
Kameraassistenz: Patricia Günther
Licht: Michael Kruppa, Eduardo Lopes, Hanna Lutz
Ton: Lars Heineken
Requisite: Peter Tillisch
Maske: Diana Thullner
Continuity: Hanna Emmerling
Standfotografie: Stephan Garcon
Catering: Hilde Huber
Schnitt: Achim Wendel
Visuelle Effekte: Peter Lames, Gerrit Hecht, Jan Jungbluth, Jonathan Gehrke, Heiko Thies, Christian Wunsch
Farbkorrektur: Leeminghay
Sounddesign: Dennis Kopacz
Musik: Jan Glembotzki

Darsteller

Ygal Gleim, Olaf Krätke, Klaus Bräuer, Frank Hilsamer

Pressestimme

In die gespenstige und bedrohliche Atmosphäre einer hell erleuchteten riesigen Überwachungsanlage mit Wachtürmen und gleißendem Licht fährt ein Wagen auf den Kontrollposten vor. Ausweis zur Identitätskontrolle. Aussteigen und Überprüfung. Ist der Mann auf dem Bild auch wirklich der, den das Bild zeigt oder ein anderer? Verhöre. Wie ist zu beweisen, dass Max Mustermann auch Max Mustermann ist in einer absurden Welt? Das Gegenüber sieht ihm ähnlich, die anderen Wächter aber auch. In der Aktentasche sind nur leere Kopien. Der Kopf von Max Mustermann sollte auch leer sein, aber er hat Gedanken. Das kostet seinen Kopf.
In der Normgesellschaft ist die Individualität eine gefährliche zu vernichtende Waffe gegen das System, lautet die Botschaft. Mit der kleinsten Abweichung gehört man zum Müllhaufen der Geschichte.
Die experimentell angelegte Fiktion, gedreht in dem ehemaligen Grenzübergang Marienborn, erzeugt ihre Spannung durch eine konsequente stilistische Einheit von außen und innen durch Kamera und Lichtführung, in der die bedrohliche Situation noch durch die sterile Ausstattungsatmosphäre verstärkt wird. So entsteht ein dicht erzählter Kurzfilm mit rhythmisch montierten Einstellungen, der im Kopf weitergeht, nachdem der Film bereits beendet ist.

Deutsche Film- und Medienbewertung

Link zur Homepage des Regisseurs

www.achimwendel.de

Weitere Links

"Der Fall Max Mustermann" in der Internet Movie Database
Deutsche Filmbewertungsstelle: Pressetext zum Prädikat "wertvoll"